Unterschied Psychotherapie und Psychiatrie

Claudia Maier, M.Sc.
9.24.2020

Ein umstrittenes Thema

Manche kommen immer wieder durcheinander in der Frage der unterschiedlichen Professionen in der „PSYCHOLOGIE“. Die unterschiedlichen Berufsgruppen sind für den Laien auch wirklich schwer auseinanderzuhalten, sicher auch deshalb, weil es gleichzeitig unter diesen Berufen auch wieder viele Überschneidungen gibt. Also, doch sehr verwirrend, oder?

Hier der erste Versuch zur Aufklärung:

DIEPSYCHIATER*IN  ist in erster Linie ARZT*IN IM FACHBEREICH DER PSYCHIATRIE. So wie es hier andere Bereich gibt wie die Chirurgie oder Gynäkologie, Orthopädie usw. Bei Konsultation erstellt die Psychiater*in einen möglichst genauen Befund ihrer Beschwerden und eine Diagnose und verschreibt dann, wenn notwendig, ein geeignetes Medikament, also meist ein Psychopharmakon wie z.B. ein Antidepressiver. Die Psychiater*in wird sie dann, je nach dem wie akut ihre Beschwerden sind, nach ungefähr einem Monat oder auch etwas mehr, zur Kontrolle wieder bestellen. Manche Psychiater*innensind auch Psychotherapeut*innen, weil sie diesen Beruf in einer eigenen jahrelangen Ausbildung zusätzlich erlernt haben. Die Psychotherapie würde dann vom Arzt extra angeboten werden und sollte sich nicht mit vermischt mit ihrem Arzttermin vermischen. In der Regel wird die PSYCHIATER*IN immer auch zusätzlich eine psychotherapeutische Behandlung empfehlen, weil eine Kombinationstherapie die besseren Behandlungserfolge erzielen kann.

DIEPSYCHOLOG*IN studierte an einer Universität allgemeine Psychologie. Dort lernt man das Verhalten von Menschen, ihre Art zu denken (Kognition) und zu fühlen(Emotionalität) genau zu erforschen und zu beschreiben, um dann in weiterer Folge auch spezielle Testungen zur Diagnoseerstellung zu entwickeln und durchzuführen z.B. Intelligenztests, Entwicklungstests, Persönlichkeitstests.

Erst nach dieser universitären Ausbildung bilden sich Psychologen noch weiter in viele verschiedene Richtungen aus. So findet man Psychologen auch in der Werbung oder in der Sportindustrie und natürlich auch in Krankenhäuser. Dort findet man dann KLINISCHE PSYCHOLOG*INNEN die dazu ausgebildet wurden mit erkrankten Menschen Gespräche zu führen und geeignete Hilfestellungen anzubieten. Auch zum Erlernen von Entspannungsverfahren wie z.B. das Autogene Training werden Psycholog*innen eingesetzt. Psycholog*innen arbeiten auch selbstständig in ihren eigenen Institutionen, oft mit Kindern-und Jugendlichen die in ihrem Verhalten Schwierigkeiten zeigen z.B. bei Hyperaktivität oder Lernschwächen.

Die Psychotherapeut*in

Die Psychotherapie ist eine HEILMETHODE und wird in einer zweiteiligen Ausbildung erlernt. Die Ausbildung und das psychotherapeutische Arbeitsfeld werden im PSYCHOTHERAPIEGESETZ genau geregelt. Im BUNDESMINISTERIUM gibt es den PSYCHOTHERAPIEBEIRAT der für die Einhaltung aller Richtlinien sorgt.

Psychotherapeut*in darf man sich nur nennen, wenn man zuvor das genau definierte gesetzliche Prozedere durchlaufen hat und mindestens 600 dokumentierte Behandlungseinheiten an Patienten vorweisen kann. Der zeitliche Gesamtaufwand für die Ausbildung zur Psychotherapeut*in sollte man gut sechs Jahre einplanen.

Der erste Teil der Ausbildung nennt sich „psychotherapeutisches Propädeutikum“ und dauert ca. zwei Jahre. Das Mindestalter bei der Anmeldung darf nicht unter 21Jahre liegen. Hier erfolgt eine ordentliche Basisausbildung in allengrundlegenden Aspekten zum Heilverfahren und seinen vielen unterschiedlichen Zugängen (psychotherapeutischen Schulen) der Psychologie und Psychiatrie(medizinischen Aspekten und Pharmakologie). In der Regel haben Menschen dies ich zum Propädeutikum anmelden bereits eine wissenschaftliche Ausbildung absolviert oder waren zumindest bereits in einem sehr nah verwandten Berufsfeldtätig. Erst nach erfolgreichem Abschluss und einer kommissionellen Prüfung kann mit dem zweiten Teil der Ausbildung begonnen werden und man wählt eine psychotherapeutische Schule und bewirbt sich dort für eine Aufnahme.

Es gibt sehr viele unterschiedliche psychotherapeutische Schulen und man entscheidet sich vorerst für eine dieser Schulen, je nach Konzept und Menschenbild.

Für meinen Teil entschied ich mich damals für die SYSTEMISCHE FAMILIENTHERAPIE, andere aber wählten die VERHALTENSTHERAPIE, eine PSYCHOANALYSE oder die LOGOTHERAPIE UND EXISTENZANALYSE nach Viktor Frankl.

Die Auswahl an psychotherapeutischen Schulen ist sehr vielfältig und sollte zu seinem eigenen Menschenbild gut passen.

Über die Jahre der psychotherapeutischen Praxis, sicherlich auch durch die geforderten gesetzlichen Weiterbildungen, gleichen sich die Behandlungsansätze der einzelnen Psychotherapeut*innen aber auch immer mehr an.

Man ging nach außen in alle Rich­tun­gen, statt in sich zu gehen, wo jedes Rätsel zu lösen ist!

Arthur Schopenhauer

Die Autorin

Claudia Maier, M.Sc.

Meine psy­chother­a­peutis­che Aus­rich­tung ist die sys­temis­che Fam­i­lien­ther­a­pie, ich halte mich in meiner Methodik an die Leit­mo­tive sys­temis­cher Ther­a­pie nach Kurt Ludewig.

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